Posted by: zeidi | 30. September 2007

GTD: ein Weg zum besseren Leben?

Der Urlaub ist nun einige Wochen vorbei und die Erholung macht so langsam aber sicher einer beginnenden Depression Platz. Was ist passiert? Die letzten Wochen waren geprägt von zu viel Arbeit, zu vielen Terminen, zu viel Organisation und ganz allgemein gesagt von zu viel Stress. Das ging soweit, dass ich mich kaum mehr mit meiner Frau absprechen konnte und wir manches Mal an einander vorbeiwurschtelten. Und gipfelte in der (zugegebenermaßen komischen) Situation, dass wir unsere große Tochter zum falschen Termin fuhren, weil wir eine Einladung nicht richtig gelesen hatten. 8O

Lange Rede, kurzer Sinn: da muss sich was ändern. “Getting Things Done”, ein Prinzip zum Selbstmanagement von David Allen, war mir dem Namen nach bereits bekannt, aber so richtig damit befasst hatte ich mich bislang nicht. Ich habe nun einiges im Internet gelesen und habe mir bei audible.de auch die Hörbuchversion der Originalversion des gleichnamigen Buchs von David Allen gekauft. Ich bin nun noch in der Findungsphase, wie ich das Thema am Besten angehe. Insbesondere geht es mir auch um eine computergestützte Möglichkeit, GTD anzuwenden. Da ich ja seit langem ein eingefleischter Palmianer bin, wäre mir eine entsprechende Lösung mit Synchronisierungsmöglichkeit am liebsten. Hierbei bieten sich verschiedene Varianten an:

  • Natara DayNotez (oder Notizen) und DiddleBug als Eingangsspeicher und Natara Bonsai (oder ein anderer Outliner) als zentrales Projektmanagement-Tool. Dazu kommt dann noch die Kalenderfunktion des Palms, entweder mit dem Standard-Kalender, Agendus oder (wie bei mir) DateBK6 für Termine.
  • Umsetzung der GTD-Prinzipien in NoteStudio, mächtig, aber nicht zukunftssicher, da an der Anwendung leider nicht mehr weiterentwickelt wird.
  • Umsetzung mit LifeBalance (kenne ich noch nicht, da es aber eine 30-Tag-Version gibt, werde ich ich mal testen)

Das alles sieht im Moment aber noch ziemlich kompliziert und uneinheitlich aus. So richtig ist mir die Umsetzung der GTD-Prinzipien auf dem Palm/PDA noch nicht einsichtig. Da muss ich wohl noch mehr Zeit investieren und ausprobieren.

Auf der PC-Seite gibt es bereits recht ordentliche Software, die die Thematik scheinbar durchgängig integriert haben. Der Charme dabei: Softwarelösungen, die nicht auf ein Betriebssystem festgelegt sind und die auch von einem USB-Stick lauffähig sind. Beispiele dafür sind EverNotes und ThinkingRock. Ich habe derzeit beide im Einsatztest und muss sagen, beide beeindrucken mich auf Ihre Weise. EverNote ist ein idealer Eingangskorb für Informationen jeglicher Art. Über Clipping-Funktionen kann man sehr schnell Berichte, Artikel, Bilder, Tabellen, Dokument, etc. in EverNote speichern und entsprechend organisieren. Dabei verwende die Free-Version von EverNote. Reicht aus, es fehlt aber die Möglichkeit, vom USB-Stick zu starten. ThinkingRock ist eine (imho) sehr gelungene Umsetzung der GTD-Prinzipien. Das Programm ist kostenlos und sehr mächtig. Es hat eine gute Hilfefunktion und wird sehr gut von der (ziemlich aktiven) Community unterstützt. Außerdem ist ThinkingRock ein Wiki im Aufbau. Die Unterstützung des direkten Startens vom USB-Stick ist nicht ganz trivial, aber in den FAQ oder auch dem Wiki sehr gut erklärt. Beide Programme sind nur auf Englisch zu haben; das stellt aber kein wirkliches Problem dar, da die Anwendungen recht intuitiv zu bedienen sind. Der Wermuts-Tropfen bei beiden, und bei den meisten anderen PC-Lösungen, ist die fehlende PDA-Unterstützung. Die Portabilität (gerade bei ThinkingRock) macht das jedoch wieder teilweise wett. Mein derzeitige Testlösung sieht demnach zunächst so aus:

  • EverNote als Eingangskorb und Notizspeicher
  • ThinkingRock als zentrales Navigationsinstrument
  • Outlook/Palm als Kalender und Kontaktspeicher

So, jetzt habe ich wieder mit dem zweiten Schritt vor dem ersten begonnen. Die ganze Thematik GTD kann man natürlich auch analog (sprich auf Papierbasis) realisieren. Und, wie ich auch gelesen habe, viele Palmianer und PDA-Freaks sind den Weg zum Notizbuch wieder zurückgegangen. Soweit bin ich noch nicht; mein Spieltrieb treibt mich zur elektronischen Umsetzung. So weit so gut, aber:

Der erste und wichtigste Schritt wird sein, dass Hörbuch von David Allen anzuhören und die zentralen Aussagen zu verinnerlichen. Und natürlich erstmal (analog) den Kopf leeren! Das ist ja Sinn des Ganzen.

Ich bin gespannt auf die Umsetzung. Bei mir hapert es bei diesen Themen meist an der Disziplin. Denn eins ist auch klar: GTD hilft, das Leben stressfreier zu organisieren und im Griff zu haben, aber die Arbeiten erledigen sich nicht von selbst. Ohne Konsequenz und Disziplin kann auch das nicht funktionieren

Ich habe hier im Blog ja nun eine eigene Sektion zu dem Thema aufgemacht. Dabei will ich nicht den X-ten Versuch machen, die Grundprinzipien und das System zu erklären. Das können andere besser. Vielmehr geht es mir darum, meine Erfolge oder Misserfolge in der Umsetzung des Ganzen dazustellen und vielleicht so dem einen oder anderen Tipps geben zu können.

Mal sehen was daraus wird.

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